media.netpr.pl | Samstag, 4 Februar 2012
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    MAI
    2010
    Der Europäische Wirtschaftskongress 2010 hat begonnen
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    Der Europäische Wirtschaftskongress 2010 hat begonnen. An der offiziellen Eröffnung des größten wirtschaftlichen Ereignisses in Mittel- und Osteuropa nahmen der Marschall des Sejm der Republik Polen und zugleich der stellvertretende Präsident der Republik Polen Bronisław Komorowski und der Präsident der Europäischen Parlaments Jerzy Buzek teil. Die Eröffnungsreden hielten auch: der Minister - Mitglied des Ministerrates Michał Boni, der EU-Kommissar für Regionalpolitik Johannes Hahn, der EU-Kommissar für Finanzplanung und Haushalt Janusz Lewandowski, der stellvertretende Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Waldemar Pawlak, der Finanzminister Jacek Rostowski und der Präsident der Republik Polen in den Jahren 1990-1995 Lech Wałęsa.

    Aussagen der Teilnehmer:

    Marschall des Sejm Bronisław Komorowski: Katowice ist ein guter Ort für die Diskussion über die wirtschaftsrelevanten Fragen. Dieser Kongress ist ein wichtiges Ereignis, das sich zugleich durch seine Frische auszeichnet. Ich bin davon überzeugt, dass diese Veranstaltung auch in kommenden Jahren erfolgreich fortgesetzt wird. Wir wünschen uns, dass Polen sich zum besten Investitionsstandort in Europa entwickelt. Ich war gerade im ehemaligen Hüttenwerk Katowice (zurzeit das Unternehmen ArcelorMittal Poland - Red.) zu Besuch. Dort sieht man schon die Einführung neuer Technologien, dort lässt sich das profilierte Denken an die Wirtschaft sowie an die Arbeitnehmer und an die Region erkennen. (…) Optimistisch macht uns die Tatsache, dass Polen bis vor Kurzem die einzige "grüne Insel" auf der Karte der Wirtschaftskrise gewesen ist. Im ersten Quartal dieses Jahres überschritt Polen das Wirtschaftswachstum von 3 Prozent. Es ist also besser, als man erwartet hatte. Im ersten Quartal dieses Jahres stieg der Export - im Vergleich zum ersten Quartal 2009 - um 24 Prozent an. Es ist ein Verdienst nicht nur dieser Regierung sondern auch all derjenigen, die einst Mut hatten, Polen zu verändern und zu modernisieren. Es ist ebenfalls eine Prämie für mutige Reformen in den 90er Jahren. Im Verhältnis zu anderen Ländern fällt Polen positiv auf. Offen bleibt aber die Frage, wie man diese Situation nutzen sollte. Polen stehen solche Herausforderungen wie Modernisierung und Entwicklung sowie Privatisierung der Wirtschaft immer noch bevor. Notwendig sind auch Reformen im Bereich der öffentlichen Finanzen. Ebenfalls brauchen wir die Steigerung des Leistungstransfers aus der Wissenschaft in die Wirtschaft. Von Bedeutung ist der Aufbau des Arbeitsethos. Die Maßnahmen der Regierung werden sehr Ausschlag gebend sein. Und alle Institutionen des polnischen Staates können dieses Durchsetzungsvermögen der Regierung künftig unterstützen oder abschwächen. 

    Jerzy Buzek: Der Grund für die Verschiebung des Kongresses war sehr ernst, der allerernste unter allen möglichen Gründen. Wir sind im Stande, uns als Staat zu organisieren und dies wird hochgeschätzt. Wie Polen die schwierigen Momente in letzter Zeit bewältigt hat, ist musterhaft. Die Institutionen funktionieren, die Prozeduren auch. Die Meinung der Menschen ist auch vom Kriterium des Wohlstands abhängig. Und dieser Wohlstand entsteht dank der Wirtschaft. Nach wie vor haben wir mit der Krise zu tun und in manchen Ländern fehlt es an benötigten Mitteln. Umso mehr sind Reformen erforderlich. Wichtig wird unsere Flucht nach Vorne sein. Wir müssen eine angemessene Aufsicht über die Finanzmärkte und die Möglichkeit für die Risikoabschätzung haben sowie über solide statistische Angaben verfügen. Unentbehrlich ist es, jene europäischen Regionen abzublocken, die ein großes Entwicklungspotential aufweisen. Es wird behauptet, die neuen Mitgliedsstaaten würden die Antriebskraft der Europäischen Union sein. Sie sind nämlich gierig nach Erfolg. Die Präsidentschaft Polens, auf die wir uns entsprechend vorbereiten müssen, wird eine große Bedeutung beigemessen. Wichtig wird auch der festzusetzende Haushalt der EU für die kommenden Jahre sein. Wichtig wird auch die europäische energetische Gemeinschaft sowie der Transfer von Kapital und Wissen sein. Für Polen werden dagegen die Ostpartnerschaft und die Zusammenarbeit im Ostseeraum durchaus von Bedeutung sein.

    Lech Wałęsa: Wie es mir gelungen ist, Gewisses in der Politik vorherzusehen, Jan Kulczyk ist dasselbe noch mehr in der Wirtschaft gelungen. Es scheint mir, dass wir in dieser Generation mehr und anders machen sollen. Das, was wir tun, ist eine Fortsetzung des "Wettlaufs". Es war ein gutes Konzept, aber vor Jahren. Damals hatten wir an Herrn Gott geglaubt und Angst vor Nachbarn gehabt. Jetzt haben wir Herrn Gott angezweifelt und haben vor Nachbarn keine Angst mehr. Denken Sie an neue Lösungen und überlegen Sie, ob ein neues Konzept neben dem "Wettlauf" nicht erforderlich wäre. Zurzeit sollte man nicht mehr auf die Besten setzen, denn sie kommen doch zurecht. Jetzt sollte man eher auf die Programme für die Durchschnittlichen und Schwächeren setzen, damit das Niveau in Europa ausgeglichen werden kann. Oft hören wir, dass die Zukunft auf bestimmten Werten aufgebaut werden muss. Wenn man es aber aus der Nähe betrachtet, erkennt man, dass jeder sich heute zu anderen Werten bekennt. Das vereinte Europa muss die Lage eines jeden Landes in Rücksicht nehmen und dieses unterstützen.

    Waldemar Pawlak: Es ist mir eine große Ehre, hier sprechen zu dürfen, wo das Herz der polnischen Wirtschaft schlägt. Auch hier, in Schlesien, ist sind diese Industriezweige lokalisiert, die für unsere energetische Sicherheit entscheidend sind. Das Motto der polnischen Präsidentschaft in der EU wird die Ostpartnerschaft sein. Das Potential, das neun neue Mitgliedsstaaten der EU zusammenbilden, muss man wissen, entsprechend zu nutzen. Polen wird als ein starker Vertreter dieser Region auftreten und dadurch ihre Stellung stärken. Zurzeit muss der Transparenz und der Klarheit mehr Bedeutung geschenkt werden als der Kontrolle. Die Konkurrenzfähigkeit und die Entwicklung der Wirtschaft gewinnen, wenn für die Transparenz auf dem Markt gesorgt wird. Wichtig sind auch entsprechende Vorschriften und Vorteile für diejenigen, die die Wirtschaft ankurbeln.

    Janusz Lewandowski: Das Wort "Krise" stammt aus dem Griechischen. Vielleicht nicht ohne Zufall. Europa ist voller Angst und Selbstzweifel. In den 90er Jahren war Europa der Alte Kontinent, es war aber voller Optimismus. So ist Europa heute nicht mehr. Die Europäische Union wurde für "gute Wetterbedingungen" aufgebaut. Heutzutage muss Europa lernen, wie man in der Krise zurechtkommt. Die Krise begünstigt auch protektionistische und egoistische Verhaltensformen. Zurzeit müssen Mängel beseitigt werden, die die Krise ans Tageslicht brachte. Jetzt läuft die Rettungsaktion für Griechenland. In Zukunft wird die Prophylaxe erforderlich sein. Sie wird mit Freude allerdings nicht begrüßt werden, weil sie unter anderen die Einsicht in die Finanzen der einzelnen Länder voraussetzen wird. Unsere Generation - die Generation der Solidarität - muss an einem guten Drehbuch für Europa arbeiten.

    Johannes Hahn: Die Situation, in die Europa während der Krise geraten ist, muss neu diskutiert werden. Man muss sich auch Gedanken darüber machen, wie Europa in Zukunft im Vergleich zu anderen Spielern wie Indien, China oder Russland auftreten wird. Man sollte neue Methoden besprechen, wie man auf den Wachstumsweg zurückfindet, und sich nicht ausschließlich auf den Aspekt der Stabilität konzentrieren. Die polnische Wirtschaft präsentiert sich im Vergleich zu den Wirtschaften anderer Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sehr gut. Auch deswegen, weil Polen der größte Empfänger von Mitteln aus den Strukturfonds ist, obwohl es Bereiche gibt, in denen unsere Maßnahmen intensiviert werden müssen - wie zum Beispiel im Bereich der Infrastrukturinvestitionen.

    Mehr Informationen zum Europäischen Wirtschaftskongress 2010 und eine ausführliche Agenda der Konferenz findet man auf der Internetseite www.eec2010.eu
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